Berlin-Brandenburg-Open: Staff Day an der Humboldt-Universität

Am 21. Mai trafen sich 30 Vertreter Internationaler Abteilungen von Universitäten und Fachhochschulen verschiedener Bundesländer, um über die Frage zu diskutieren, wie das Erasmus-Programm der Lehr- und Personalmobilität quantitativ und qualitativ noch besser den Herausforderungen der Gegenwart entsprechen kann. Beide Programmlinien nehmen seit mehr als 20 bzw. 10 Jahren einen wichtigen Platz im Kontext der Internationalisierung von Studium, Lehre und Weiterbildung ein. Vertreter der Berliner und Brandenburger Hochschullandschaft und Gäste ausgewählter anderer Bundesländer sowie  in der Lehre international agierende Hochschullehrer der HU nahmen an diesem Workshop teil, um nicht nur die Programmphilosophie einem kritischen Blick auszusetzen, sondern deren Erfahrungen und Wünsche in die Diskussion einfließen zu lassen.  Im bundesdeutschen Trend ist leider festzustellen, dass die Lehrmobilität tendenziell abnimmt, die Mobilität von Mitarbeitern hingegen steigt. So bedauerlich ersteres ist, desto erfreulicher der Aufwuchs der Personalmobilität in den letzten Jahren. Die HU nimmt im bundesdeutschen Ranking in beiden Programmen Spitzenplätze ein. In der Lehrmobilität seit Jahren Platz 1, in der Personalmobilität konnte im Projektzyklus 2016-2018 im zweiten Jahr in Folge ebenfalls Platz 1 belegt werden.

Das Fazit des Workshops lautete:

1. Lehrmobilität kann, sollte und muss ein belebendes Element der Lehre sein. Es setzt Kreativität, Kontinuität und gutes internationales Zeitmanagement im Austausch von Hochschullehrern voraus.

2. Ein Problem stellt seit Jahren eine fehlende Anerkennung dieser Mobilität in den deutschen Hochschulen dar. Ergibt sich die Frage: Ist der Anspruch von Internationalisierung – weil zeitgemäß – nur ein Lippenbekenntnis oder ist nicht nach mehr als 20 Jahren Lehrmobilität die Zeit reif, internationale Lehrmobilität von Kapazitätsberechnungsmodellen – ein oft gehörtes Argument der Lehrenden - zu trennen.

3. Auch wäre es wünschenswert, wenn Politik und Universitätsleitungen darüber nachdenken und vor allem danach handeln würden,  international agierendes Personal in der Mobilität auch entsprechend wert zu schätzen. International vernetzte Forschung ja, aber Lehre ebenso. Nur so kann der Anspruch und seine Umsetzung lauten. Was macht sonst eigentlich der humboldtsche Gedanke der Einheit dieser beiden universitären Komponenten aus?

4. Die HU war in den vergangenen drei Jahren im Rahmen einer europäischen strategischen Partnerschaft an einem Projekt REALISE beteiligt, welches interessante und nachahmenswerte Ergebnisse über Mobilitätsreserven zu Tage brachte. Dr. Stefan Karsch stellte diese Ergebnisse vor, die insgesamt zu einer sehr lebhaften Diskussion unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern führte.

5. Es sind alle Mitglieder der HU und aller übrigen deutschen Hochschulen aufgerufen, sich sowohl in der Lehre als auch im Rahmen der arbeitsplatzbezogenen Weiterbildung europa- und weltweit zu engagieren. Das wäre unser Erasmus-Beitrag, den europäischen und globalen Gedanken eines Miteinander und der Völkerverständigung mit einem eigenen Beitrag lebendig werden zu lassen. Der Zeitgedanke erfordert das!

Interessierte Universitätsangehörige sind zu Beratungsgesprächen im Erasmus-Team jederzeit willkommen.

 

Dr. Dietmar Buchmann

Erasmus Hochschulkoordinator