Neue Unterstützungsprogramme für Geflüchtete an den Fakultäten

18.04.2016 Ab dem Sommersemester 2016 werden studentische Initiativen an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert.

An mehreren Fakultäten der HU haben sich in den vergangenen Monaten studentische Initiativen gebildet, die studieninteressierten Geflüchteten über ehrenamtliche Mentoring- und Unterstützungsprogramme den Einstieg in den Hochschulalltag erleichtern wollen. Mithilfe von beantragten Fördermitteln, die der DAAD mit 81.000 Euro in voller Höhe bewilligt hat, kann die HU diese Initiativen nun gezielt stärken. Das Programm „Welcome – Studierende engagieren sich für Flüchtlinge“ des DAAD unterstützt bundesweit studentische Initiativen, die sich für die Integration geflüchteter Menschen an deutschen Hochschulen einsetzen.

Mit den eingeworbenen Fördermitteln richtet die HU studentische Koordinationsstellen ein, welche die ehrenamtlichen Mentoring- und Unterstützungsprogramme strukturell stärken und eine enge Vernetzung ermöglichen. Die Initiativen werden ab dem Sommersemester von der Allgemeinen Studienberatung und -information überfachlich koordiniert und begleitet und an den Fakultäten fachbereichsspezifisch unterstützt. Die teils neuen, teils bereits etablierten Unterstützungsprogramme stehen gemeinsam mit zahlreichen weiteren Angeboten der HU für Geflüchtete unter dem Dach der zentralen Initiative „Refugees Welcome an der HU – begegnen, beraten, bilden“.

Studentische Unterstützungsinitiativen an den Fakultäten im Überblick

  • Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät: Die studentische Initiative „Refugee WiWi-Welcome“ bietet Tutorien zur fachspezifischen und sprachlichen Begleitung von Geflüchteten, die ihnen die Teilnahme an regulären wirtschaftswissenschaftlichen Kursen erleichtern. Zudem wird ein Buddy-Programm aufgebaut, um Geflüchtete individuell und persönlich zu unterstützen und den Austausch zwischen Studierenden der Fakultät und Geflüchteten anzuregen.
  • Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät: Das Projekt „Räume der Begegnung“ des Geographischen Instituts baut in Zusammenarbeit mit den Notunterkünften in der Nähe des Campus Adlershof ein individuelles Unterstützungs- und Beratungsangebot für Geflüchtete auf. In ihren wöchentlichen Treffen sucht die Initiative gezielt den Dialog zwischen Geflüchteten, Studierenden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der HU. Geflüchtete sollen so bestmöglich auf ein reguläres Studium an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät vorzubereitet werden. Überdies sind Sprachkurse, Exkursionen und sportliche Aktivitäten geplant, um den interkulturellen Austausch zu fördern.
  • Lebenswissenschaftliche Fakultät: An der Lebenswissenschaftlichen Fakultät engagiert sich die studentische „Welcome-Initiative“ seit November 2015 dafür, Geflüchteten den Einstieg in das Studium der Psychologie, Biologie sowie der Agrar- und Gartenbauwissenschaften zu erleichtern. Hierfür werden in Tutorien naturwissenschaftliche Ansätze auf Englisch vermittelt und online auf Arabisch zum Download zur Verfügung gestellt. Mit dem Buddy-Programm werden Geflüchtete bei administrativen Vorgängen unterstützt und kulturell begleitet. Des Weiteren werden Online-Sprachkurse und Sprachtandems vermittelt.
  • Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät: An der Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftlichen Fakultät hat sich im September 2015 eine studentische Initiative gegründet, um in Kooperation mit dem Verein academic experience Worldwide e.V. ein fachspezifisches Tandemprogramm für studieninteressierte Geflüchtete vorzubereiten. Begleitet wird das Tandem-Programm von einem Kolloquium, in dem studienbezogene Themen sowie fachspezifischen Fragestellungen rund um Hochschule, Migration und Flucht diskutiert werden. Die institutionelle Begleitung der Initiative erfolgt durch das an der Fakultät angesiedelte Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung.
  • Juristische Fakultät / Refugee Law Clinic Berlin e.V.: Die Refugee Law Clinic Berlin e.V. (RLC) ist ein gemeinnütziger Verein, der auf Initiative von Studierenden und Promovierenden der HU im Januar 2014 entstand und fachlich von der Juristischen Fakultät begleitet wird. Die RLC bietet Asylsuchenden sowie Migrantinnen und Migranten eine kostenfreie Rechtsberatung in asyl- und ausländerrechtlichen Fragen an. Hierfür bildet sie Studierende in einem einjährigen Programm zu Beraterinnen und Beratern in Asyl- und Aufenthaltsrecht aus. Zudem organisiert die RLC themenrelevante öffentliche Veranstaltungen.

 

Kontakt

Inse Böhmig

Stabsstelle Internationalisierung

Zentrale Ansprechpartnerin HU-Initiativen "Refugees Welcome"

Tel.: +49 030 2093-20092
inse.boehmig@hu-berlin.de