Irina Savu-Cristea, Rumänien

Erst kürzlich hat Frau Savu-Cristea den einjährigen Masterstudiengang „Research Training Program in Social Sciences“ erfolgreich beendet. Für ihre ausgezeichneten Leistungen – ihre Masterarbeit wurde mit 1,0 bewertet – sowie für ihr soziales Engagement erhielt sie den diesjährigen „DAAD-Preis für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender“.

Frau Savu-Cristea, herzlichen Glückwunsch zum „DAAD-Preis für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender“, der Ihnen in diesem Jahr verliehen wurde. Wie wichtig ist Ihnen dieser Preis und was können Sie zu Ihrem ehrenamtlichen Engagement in dem interkulturellen Mauerpark-Projekt „Encounter“ sagen?

Savu-Cristea: Herzlichen Dank! Der DAAD-Preis ist mir sehr wichtig. Zu sehen, dass meine Arbeit auf so einem Niveau anerkannt wird, hat mein Selbstvertrauen in die Qualität meiner Arbeit ungemein gestärkt – zumal sich alles im Kontext des deutschen akademischen Systems abspielt, das sehr konkurrenzstark und leistungsorientiert ist und in dem ich nicht aufgewachsen bin. Als frisch gebackene Doktorandin, die sich gerade um ein Stipendium bewirbt, sehe ich den Preis auch als eine hervorragende Würdigung meines akademischen Potenzials.

Was mein Engagement in dem gemeinschaftlichen multilingualen Medienprojekt „Encounter“ anbelangt, so koordiniere ich unsere Veranstaltungen, was sehr spannend und lohnend zugleich ist. Ich habe beim offiziellen Start des „Encounter“-Blogs sowie des gedruckten Magazins mitgewirkt. Unsere Inhalte werden auf Englisch, Deutsch, Arabisch und Farsi veröffentlicht und befassen sich mit Stereotypen migrationsbezogener Wirklichkeit. In einem Team von Anthropolog*innen, Aktivist*innen, Künstler*innen und Journalist*innen habe ich die großartige Gelegenheit, meinen Blick für die verschiedenen Positionen der Menschen zu schärfen, die sie in jenen Dialogen einnehmen, an denen sie sich beteiligen. Dadurch konnte ich mich verstärkt sowohl mit den Unterschieden als auch den gemeinsamen Werten auseinandersetzen, die über Grenzen, Länder, Geschlechter, Alter oder Milieus hinaus geteilt werden.

Warum haben Sie die Humboldt-Universität und speziell diesen englischsprachigen Masterstudiengang „Research Training Program in Social Sciences“ gewählt und was hat Ihnen an Ihrem Studium besonders gefallen?

Savu-Cristea: Ich habe die Humboldt-Universität besonders für ihren guten Ruf als eine der Spitzenuniversitäten im Bereich der Sozialwissenschaften gewählt. Da ich kein Deutsch spreche, ist für mich dieser Masterstudiengang genau passend. Das Programm ist speziell für Studierende konzipiert, die bereits einen Masterabschluss in Sozialwissenschaften erworben haben. Der Hauptzweck des Programms besteht darin, junge Wissenschaftler*innen bei Aufbau und Entwicklung eines stichhaltigen Projekts für eine zukünftige Promotion zu trainieren.

Was würden Sie anderen internationalen Studierenden mit auf den Weg geben, die neu an die Humboldt-Universität kommen?

Savu-Cristea: Es ist schwierig, einen Rat zu geben, da Studierende ganz unterschiedliche Ziele und Pläne haben. Mir hat es jedenfalls geholfen, das außerordentlich vielfältige Angebot von Workshops, Projekten und Vorträgen – sowohl akademischer als auch nicht-akademischer Natur – zu nutzen sowie Zeit mit meinen Kommiliton*innen zu verbringen. Dadurch hat sich nicht nur mein soziales Netzwerk erweitert, sondern auch meine mental map, also meine innere Landkarte. Tolle Menschen – Studierende, Lehrende und Menschen aus dem nicht-wissenschaftlichen Bereich, die ich an der Humboldt-Universität, an der Freien Universität und durch das „Encounter“-Projekt kennengelernt und mit denen ich zusammengearbeitet habe – haben meine Persönlichkeit stark geprägt und mir dabei geholfen, eine bessere Wissenschaftlerin zu werden.

Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Savu-Cristea: Da es mein Ziel war, eine Promotion in der Anthropologie zu verfolgen, hatte ich bereits während meiner Masterarbeit mit einem Zweitgutachter am Institut für Sozial- und Kulturanthropologie an der Freien Universität gearbeitet, dessen Expertenwissen zu meinen Forschungsinteressen passt. Kurse an beiden Universitäten zu belegen war ebenso hilfreich wie die mir gegebene Hilfe meiner Erstgutachterin an der Humboldt-Universität, die diese Zusammenarbeit gefördert hat. Ich habe gerade mein Promotionsprogramm unter demselben Gutachter an der FU begonnen und habe vor, eine zweijährige ethnographische Feldstudie in Indonesien zu absolvieren. Ich schreibe meine Doktorarbeit in der anthropologischen Psychologie und werde mich auf die Emotionen und Selbstentwicklungsstrategien von Mädchen in zwei verschiedenen Schulen konzentrieren.

Ich hoffe, dass meine Arbeit zu den umfangreichen Theorien des Lernens und der Emotionen beitragen kann. In der Zukunft hoffe ich, angewandte Projekte initiieren zu können, die gemeinschaftliche Forschungsmethoden einbeziehen und zu besseren schulischen Erfahrungen von jungen Mädchen beitragen.

[Übersetzung aus dem Englischen, das Interview führte Ulrike Spangenberg]

Weitere Informationen zu Irina Savu-Cristea und ihr Engagement im „Encounter“-Projekt finden Sie im „Encounter“-Blog.

 

 

Kontakt

Ulrike Spangenberg

International Office

Beratung und Betreuung internationaler Studierender

Leiterin des Internationalen Clubs „Orbis Humboldtianus“

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Tel.: +49 30 2093 46712