16 5/2018

1710: Die Charité wird gebaut

Am 13. Mai 1710 begannen die Bauarbeiten für die Charité.

Ursprünglich sollte die Einrichtung nicht als allgemeines Krankenhaus dienen, sondern vielmehr die Einwohner der Stadt vor der Pest schützen. Das Gebäude befand sich daher außerhalb der Stadt. Dennoch wurde hier schon früh etwas für die Lehre und Forschung getan. Ab 1713 gab es für angehende Chirurgen und Hebammen ein „Anatomische Theater“, um an Leichen das eigene Handwerk zu verbessern. Am „Collegium Medico-Chirurgicum“ wurden ab 1723 Militärärzte ausgebildet. 1727 erfolgte schließlich die Umwandlung des Lazaretts in ein Bürgerhospital. Im 19. Jahrhundert lehrten hier bekannte Wissenschaftler wie Rudolf Virchow, Hermann von Helmholtz, Robert Koch oder Paul Langerhans. Acht spätere Nobelpreisträger begannen ihre wissenschaftliche Laufbahn an der Charité, unter anderem Werner Forßmann (1904-1979), der Erfinder des Herzkatheters.