13 7/2018

1938: Lise Meitner gelingt die Flucht aus Deutschland

Die Physikerin Lise Meitner (1878-1968) forschte auf den Gebieten der Kernphysik und der Radioaktivität.

Im Jahre 1909 gelang ihr und Otto Hahn der experimentelle Nachweis des radioaktiven Rückstoßes. Ebenfalls mit Hahn entdeckte sie mehrere radioaktive Isotope der natürlichen Zerfallsreihen. Die Entdeckung des chemischen Elements Protactium folgte 1917. Gemeinsam mit Otto Hahn und Fritz Straßmann wiederholte sie von 1935 bis 1938 die Bestrahlungsversuche Enrico Fermis. Als Hahn und Straßmann die Spaltung von Urankernen im Dezember 1938 gelang, interpretierte sie mit Otto Robert Frisch im Januar 1939 als erste die Resultate dieser Versuche, berechnete die bei der Uranspaltung auftretende Energie und führte die Bezeichnung „Kernspaltung“ ein. Seit 1926 und bis zum Entzug der Lehrbefugnis im Jahre 1934 war Meitner außerordentliche Professorin für experimentelle Kernphysik an der Berliner Universität und damit die erste weibliche Professorin für Physik an einer deutschen Universität. 1938 flüchtete Meitner vor den Nationalsozialisten ins Ausland.