Neue Kooperation zwischen Berlin Graduate School of Ancient Studies und Oxford

Divide et impera war gestern: Dank einem neuen Abkommen zwischen der Berlin Graduate School of Ancient Studies (BerGSAS) und der Humanities Division der University of Oxford rücken zwei altertumswissenschaftliche Leuchttürme näher aneinander heran.

 

Neue Möglichkeiten des Promovierendenaustauschs in den Altertumswissenschaften

Die Berlin Graduate School of Ancient Studies (BerGSAS) hat mit der Humanities Division der University of Oxford ein Abkommen geschlossen, das einen regelmäßigen Promovierendenaustausch ermöglicht. Es wurde von den Universitätspräsidien der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) und der Freien Universität Berlin (FU), den Trägern der BerGSAS, mitunterzeichnet und ist seit diesem Herbst wirksam.

Forschungsaufenthalte an der University of Oxford

Für die Promovierenden der BerGSAS erschließt das Abkommen die Möglichkeit, ein Gastsemester an einer Universität zu verbringen, die in der altertumswissenschaftlichen Forschung zu den weltweit führenden Institutionen zählt. Jährlich können sich zwei Promovierende zu einem ausgedehnten Forschungsaufenthalt in Oxford aufhalten und ohne der Entrichtung von „tuition fees“ Lehrveranstaltungen besuchen. Damit bietet die Vereinbarung den Berliner Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern zugleich die Möglichkeit, einen Teil des Curriculums, das sie im strukturierten Promotionsstudium der BerGSAS absolvieren müssen, in Oxford zu erfüllen.

Prof. Breytenbach sieht Austausch als großartige Chance für die Promotionsausbildung

Der Sprecher der BerGSAS für die HU, Prof. Dr. Cilliers Breytenbach, betont die Bedeutung, die das frisch geschlossene Abkommen sowohl für die Internationalisierungsstrategie der BerGSAS hat als auch für das übergreifende Ausbildungskonzept der Graduiertenschule:

„Als Graduiertenschule von vier Fakultäten der HU und drei Fachbereichen der FU bietet die BerGSAS Studierenden aus achtzehn Fächern die Möglichkeit einer strukturieren Promotion. Das Abkommen eröffnet nun den Studierenden der Humanities Division der University of Oxford den Zugang zu den Programmen der BerGSAS und ermöglicht wiederum den Studierenden aus Berlin, einen Einblick in die breit gefächerte und fassettenreiche Forschung der Oxforder Archäologen, Altphilologen, Althistoriker und Religionswissenschaftler zu gewinnen.“

David Cohen profitiert als einer der ersten von der Kooperation mit Oxford

CohenDie Kooperationsgespräche, die in der Unterzeichnung des neuen Abkommens mündeten, begannen 2017 und waren auf beiden Seiten von dem Wunsch getragen, mit dem Promovierendenaustausch so bald wie möglich zu beginnen. So wurde vereinbart, dass erste Austauschaktivitäten bereits zum diesjährigen „Michaelmas term“ einsetzen sollten. Daher befindet sich gegenwärtig der Niederländer David Cohen als einer der ersten BerGSAS-Promovierenden, die von dem Austauschabkommen profitieren, in Oxford. Herr Cohen ist Doktorand im Fach Klassische Philologie und schreibt seine Dissertation an der HU. Wie er erklärt, bringt der Aufenthalt in Oxford für ihn persönlich gleich mehrere Vorteile mit sich:

„Meine Forschung zu Idiolekten in drei altgriechischen Tragödien wird von der Möglichkeit, sieben Wochen in Oxford zu arbeiten, enorm unterstützt. Die großen Sammlungen der verschiedenen Bibliotheken, zu denen ich Zugang habe, versehen einen mit jeglicher Sekundärliteratur, die man sich wünschen kann. Überdies hat der regelmäßige Austausch mit dem Idiolektspezialisten Dr. Evert van Emde Boas mein Denken erheblich verschärft und mein Schreiben verbessert. Zwei Lehrveranstaltungen bei Prof. Dr. Philomen Probert und Prof. Dr. Fiona Macintosh haben mir außerdem zwecks der Horizonterweiterung das Nötige über altgriechische Dialektologie und Rezeption antiker Literatur in englischsprachiger Dichtung der Moderne beigebracht. Die BerGSAS-Doktoranden können sich mit diesem Austausch-Abkommen gesegnet wissen.“

Die BerGSAS als Ausbildungsort exzellenter Forschender

Die BerGSAS wird als Graduiertenschule des Berliner Antike-Kollegs von der HU und der FU gemeinsam getragen. Außerdem sind vier außeruniversitäre Einrichtungen in die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses eingebunden: die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, das Deutsche Archäologische Institut, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und das Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte. Darüber hinaus arbeitet die Graduiertenschule seit ihrer Gründung eng mit dem Exzellenzcluster 264 „Topoi. The Formation and Transformation of Space and Knowledge in Ancient Civilizations“ zusammen. Unter dem Dach der BerGSAS sind eine Vielzahl altertumswissenschaftlich orientierter Studienfächer versammelt – von der Alten Geschichte über die Archäologien, die Philologien alter Sprachen und die Altorientalistik bis zur Theologie, der Philosophie und den Geowissenschaften. Sie wirken in insgesamt fünf interdisziplinären Promotionsprogrammen zusammen.

Für die BerGSAS ist die Kooperation mit der Humanities Division der University of Oxford ein äußerst attraktives Element, das die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses bereichert und die Aussicht auf eine erfolgreiche berufliche Zukunft der künftigen Absolventinnen und Absolventen deutlich steigert. Die BerGSAS hofft, dass in Zukunft viele Promovierende von der neuen Möglichkeit eines Gastsemesters in Oxford Gebrauch machen und von den Chancen, die ein solcher Aufenthalt bedeutet, profitieren werden.

 

Kontakt

Prof. Cilliers Breytenbach

Sprecher (HU), BerGSAS

Email: cilliers.breytenbach@hu-berlin.de

Tel.: +49 30 2093-91750

 

Dr. Carmen Marcks-Jacobs

Koordinatorin BerGSAS

Email: carmen.marcks-jacobs@topoi.org

Tel.: +49 30 2093-1711