Internationale Aktivitäten der Philosophischen Fakultät – Ein Überblick

Zusammenstellung koordiniert durch Prof. Dr. Ignacio Farías, Prodekan Internationales Philosophische Fakultät, 21.01.2021

Internationalisierung an der philosophischen Fakultät

Die Philosophische Fakultät ermuntert ihre Mitglieder dazu, ihre internationalen Verbindungen zu konkreten und längerfristigen Kooperationen in Forschung und Lehre auszubauen. Die Internationalisierungs-Strategie der Fakultät beruht auf der Fortschreibung dieser Ermöglichungs- und Unterstützungskultur, die bereits zu vielfältigen und intensiven internationalen Verflechtungen und Projekten geführt hat.

Europa in globaler Perspektive am Institut für Geschichtswissenschaften

Die internationale Ausrichtung ist ein Kernelement von Studium, Lehre und Forschung am Institut für Geschichtswissenschaften (IfG). An unserem Institut wird Geschichte in allen Epochen mit einer europäischen Perspektive betrieben, wobei Europa als Teil einer heterogenen, konfliktreichen, in sich vielfältig verflochtenen Welt in den Blick genommen wird. 

Mit den Studiengängen „European History“ und „Global History“ bietet das IfG auch zwei englischsprachige Joint-Masterstudien an. Im erstgenannten Programm machen wir dies in Zusammenarbeit mit führenden Geschichtsinstituten in acht europäischen Hauptstädten. Momentan wird im Rahmen des Projektes „Circle U“ eine Aufnahme Oslos als neunte europäische Hauptstadt angestrebt. In „Global History“ findet die Lehre gemeinsam mit unseren Partnern an der Freien Universität sowie weiteren Forschungseinrichtungen an der HU statt. 10% der Lehrveranstaltungen des IfG werden in englischer Sprache angeboten. Das IfG unterhält derzeit via Erasmus Kooperationsverträge mit Geschichtsinstituten an 45 Universitäten in über 20 Ländern der Europäischen Union und Anrainern, um den internationalen Austausch und die Mobilität von Studierenden sowie Lehrenden zu gewährleisten.

Strategische Kooperationen und Partnerschaften haben im internationalen Profil unseres Instituts eine besonders wichtige Bedeutung. So wird etwa am IfG die Erforschung aserbaidschanischer und kaukasischer Geschichte seit 2010 mit einer eigenen Professur betrieben. Das durch die Deutsch-Französische-Hochschule geförderte Deutsch-Französische Doktorand*innenkolleg Unterschiede denken (HU/TU-Dresden/ EHESS) hat seit 2006 zahlreichen Promovierenden unseres Instituts den fachlichen Austausch mit französischen Kommiliton*innen und Lehrenden erlaubt. Der akademische Mittelbau des IfG ist intensiv an der Erstellung der von der EU geförderten Online-Lehrplattform „Teaching European History“ beteiligt.

Philosophieren im internationalen Diskurs am Institut für Philosophie

Das Institut für Philosophie ist ein international in höchstem Maße wahrgenommener und anerkannter Ort philosophischer Forschung und Lehre, es ist in zahlreiche internationale Kooperationen eingebunden und es belegt regelmäßig Spitzenplätze in einschlägigen Rankings (im QS-Ranking 2020 Platz 13 weltweit).

Die Formen der internationalen Kooperationen des Instituts sind vielfältig. Sie reichen von der Zusammenarbeit im Rahmen des Ancient Philosophy & Science Network u. a. mit den Universitäten Chicago, Leuven und Toronto,  über intensiven Austausch in der Forschung zur frühneuzeitlichen und klassischen deutschen Philosophie mit den Universitäten Berkeley, Princeton und Toronto, regelmäßige Summer Institutes zu Themen der philosophischen Ethik mit der ANU Canberra und der Universität Princeton, gemeinsam mit der New York University veranstalteten rechtsphilosophischen Tagungen, zusammen mit der New School for Social Research (New York) durchgeführte Summer Schools, bis hin zu Kooperationen mit der Tsinghua-Universität in Peking zum Dialog zwischen chinesischer und westlicher Philosophie – um nur einige Beispiele zu nennen.

Auch unabhängig von derartigen institutionalisierten Formen internationaler Zusammenarbeit prägt das Institut für Philosophie durch intensive internationale Publikations- und Vortragstätigkeit seiner Mitglieder die einschlägigen internationalen Forschungskontexte wesentlich mit. Darüber hinaus finden am Institut viele Tagungen und Workshops mit internationaler Besetzung statt, und das Institut nimmt regelmäßig und in großer Zahl Gastwissenschaftler*innen aus dem Ausland zu längeren oder kürzeren Forschungsaufenthalten auf, die am Institutsleben partizipieren und dieses durch eigene Beiträge bereichern.

Der Umfang und die Intensität der internationalen Verbindungen des Instituts kommt nicht zuletzt auch den Studierenden und den Promovierenden zugute, die mit internationalen Debattenkontexten in Kontakt gebracht werden und denen wertvolle internationale Kontakte vermittelt werden können.

Internationale Fachverflechtungen am Institut für Europäische Ethnologie

Das Institut für Europäische Ethnologie vertritt das Fach im deutschsprachigen Raum in einmaliger Breite und stellt eine seiner prägendsten internationalen Schnittstellen dar. Dabei agiert das IfEE dezidiert im Feld der internationalen Sozial- und Kulturanthropologie und fungiert zugleich als wichtiger Standort für internationale Forschungsfelder, die im deutschsprachigen Raum kaum institutionalisiert sind, wie etwa die Gender Studies, Migration Studies, Postcolonial Studies und Science and Technology Studies. Auch das am Institut angegliederte und international hoch angesehene Centre for Anthropological Research on Museums and Heritage (CARMAH) verdeutlicht, dass am IfEE Internationalisierung gleichermaßen als Forschungsprogramm wie als Übersetzungspraxis zwischen Disziplinen verstanden wird. 

Die Formen der Internationalisierung sind vielfältig. Von besonderer Bedeutung sind Kooperationsnetzwerke mit etwa der Princeton University in den Bereichen History of Science, Gender and Sexuality Studies und African American Studies, mit der Rice University im Bereich Umweltanthropologie sowie mit einzelnen international prominenten Kolleg*innen, wie Arjun Appadurai (NYU), langjähriger Gastprofessor am Institut. Entscheidend sind auch die zahlreichen internationalen, meist auch interdisziplinären Verbundprojekte, in welchen Forschende des Institutes eng mit Kolleg*innen aus Australien (Sydney; Melbourne), China (Hongkong), Indien (Hyderabad; Delhi), Kanada (York; Concordia), Südafrika (Capetown; Pretoria), und den Vereinigten Staaten (Duke; Princeton) , sowie aus 15 europäischen Ländern arbeiten.

Diese Diversität der regionalen und disziplinären Perspektiven prägt auch das ERASMUS-Netzwerk des Institutes (mit Universitäten in Wien, Athen, Zürich, Basel, Paris, Istanbul und London als wichtigsten Zielen der Studierenden) und geht mit einem Verständnis von Internationalisierung als Bedingung für die Dezentrierung des Fachblickes einher.

Information everywhere -  Internationales am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft

Das Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft (IBI) ist das einzige universitäre Institut der Bibliotheks- und Informationswissenschaft in Deutschland mit weitreichenden Verbindungen in die internationale Library and Information Science (LIS) Community. Das IBI ist langjähriges Mitglied der Organisation der iSchools, einer internationalen Vereinigung von Einrichtungen, die gemeinsam Forschung und Lehre im Spannungsfeld zwischen Information, Technologie und Menschen vorantreiben, um innovative Informationslösungen zu entwickeln, von denen Individuen, Organisationen und die Gesellschaft profitieren können. Als eine der ersten europäischen iSchools hat sich das IBI schon früh innerhalb dieser disziplinären Landschaft positioniert und seine Profilierung mit entsprechenden Forschungsprojekten, Berufungen (alle Professor*innen des IBIs haben an anderen internationalen iSchools promoviert bzw. gelehrt) und englischsprachigen Lehrangeboten schrittweise ausgebaut. 

So werden am Institut zahlreiche Forschungs- und Publikationsprojekte mit internationalen Partnern an Universitäten u.a. in China, Dänemark, Großbritannien, Irland, Kanada, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Polen, Russland, Tschechien und den USA durchgeführt. Dazu kommen langjährige Kooperationen mit außeruniversitären internationalen Organisationen wie dem europäischen Portal für digitales Kulturerbe Europeana und dem Internet Archive. Alle Lehrstühle des Instituts sind ebenfalls aktiv in der Organisation von internationalen Konferenzen und in anderen internationalen Kommissionen beteiligt. In diesem Semester zieht der am IBI organisierte virtuelle Workshop zu Data Feminism nicht nur internationale Gastredner*innen, sondern auch Teilnehmer*innen an. Die letzten beiden Berufungen am IBI (Prof. Rebecca Frank, PhD, und Prof. Jesse Dinneen, PhD) sowie der Austausch mit zahlreichen Gastwissenschaftler*innen aus unterschiedlichsten Ländern unterstreichen die internationale Ausrichtung und Expertise in Forschung und Lehre. 

Nicht zuletzt ist das Institut langjähriger Partner im ERASMUS-Programm, aktuell wird zudem ein Austauschprogramm von virtuellen Lehrangeboten zwischen sieben europäischen iSchools aufgebaut. Regelmäßige Veranstaltungen für internationale Studierende im Masterstudiengang Information Science sowie internationale Kolloquien für die (teilweise ebenfalls internationalen) Doktorand*innen ergänzen das Angebot, um auch in der  Lehre und Nachwuchsförderung einen Schwerpunkt im Bereich der Internationalisierung zu setzen.