Informationen für geflüchtete und verfolgte Forschende und Promovierende

Wichtige Fragen und Antworten für geflüchtete und verfolgte Forschende und Promovierende

Ich bin aus der Ukraine geflüchtet, kann ich an der HU weiter promovieren?

Wenn Sie bereits in der Ukraine promoviert haben, können Sie an die Humboldt-Universität zu Berlin als Gastwissenschaftler*in kommen. Dazu benötigen Sie einen unserer Wissenschaftler*innen als Gastgeber*in. Die Humboldt Graduate School (HGS) hilft Ihnen bei der Suche nach Gastgeber*innen. Kontakt: hgs-info@hu-berlin.de.

Wer kann mich zur Promotion in Deutschland beraten?

In der allgemeinen Promotionsberatung berät die Humboldt Graduate School (HGS) rund um das Thema Promotion. Themen können das Promovieren in Deutschland, Bewerbung und Einschreibung, Betreuung und Suche nach Betreuer*innen, Finanzierung oder verschiedene Promotionsformen umfassen. Wenn es um die tatsächliche Abwicklung von Bewerbung, Zulassung und Einschreibung geht, vermittelt die HGS Sie gerne an entsprechende Stellen wie die Promotionsbüros der Fakultäten oder das Immatrikulationsbüro für Promovierende. Kontakt: hgs-info@hu-berlin.de.

Welche Möglichkeiten habe ich nach der Promotion?

In dieser Beratung geht es darum, Ihre Karriereperspektiven innerhalb und außerhalb der Wissenschaft zu beleuchten. Welche Möglichkeiten bietet der deutsche Arbeitsmarkt? Welche Aussichten gibt es in der Wissenschaft? Wie können Sie Ihre Karriere aktiv gestalten? Wie funktioniert der Bewerbungsprozess? Außerdem bietet die Humboldt Graduate School (HGS) Orientierung hinsichtlich weiterer Unterstützungsmöglichkeiten zu diesen Fragen. Kontakt: hgs-info@hu-berlin.de.

Hat die Humboldt-Universität eigene Möglichkeiten, geflüchtete Forschende unterzubringen?

Die Universität verfügt nur über sehr wenige Unterbringungsmöglichkeiten. Diese vergibt die Universität an geflüchtete Forschende, die an der HU aufgenommen worden sind. Sollten Sie Unterstützung benötigen, wenden Sie sich gern an int.scholars@hu-berlin.de. An der Freien Universität Berlin gibt es einen Aufruf, Geflüchtete privat unterzubringen.

Personen, die eine Unterkunft oder medizinische Versorgung benötigen, sollten sich an das Ankunftszentrum für Asylsuchende in der Oranienburger Straße 285, 13437 Berlin wenden. Die Plattform https://unterkunft-ukraine.de/ vermittelt Unterkünfte. Weitere Inofrmationen zu Unterkünften finden Sie auf dieser Webseite.

An welche Forschenden kann ich mich wenden?

An der Humboldt-Universität gibt es eine breite Solidarität und Hilfsbereitschaft. Sie können auf den Webseiten der HU nach Wissenschaftler*innen suchen, die fachlich zu Ihnen passen und diese kontaktieren. Die Alexander von Humboldt-Stiftung sammelt in einer Liste Personen und Institutionen, die geflüchtete Forschende aus der Ukraine unterstützen möchten.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es speziell für geflüchtete und verfolgte Forschende?

Verschiedene deutsche Stiftungen bieten Stipendien an, z.B. die Alexander von Humboldt Stiftung mit der Philipp Schwartz Initiative oder die VW-Stiftung mit dem Gastforschungsprogramm für geflohene ukrainische Wissenschaftler*innen. Anfragen hierzu richten Sie bitte an Neda Soltani. Außerdem erarbeiten wir an der Humboldt-Universität derzeit ein Stipendienprogramm zur Soforthilfe. Sobald dies bereit steht, informieren wir an dieser Stelle.

Gibt es ein Mentoringprogramm für geflüchtete Forschende?

Geflüchtete Forschende, die eine*n Mentor*in suchen, können sich an die Alexander von Humboldt Stiftung wenden.

Was ist das Patenschaftsprogramm der HU und kann ich dadurch gefördert werden?

Im Rahmen des Patenschaftsprogramms erhalten Forschende, die sich an der HU aufhalten und gemeinsam mit ihren Partnern der HU einen Antrag auf Drittmittelfinanzierung gestellt haben oder stellen werden, bis maximale Ende des Kalenderjahres eine Überbrückungsfinanzierung von 1500 € monatlich und bei Bedarf eine Beihilfe für die materielle Ausstattung. Für diese Förderung werden Forschende aus der Ukraine in einem internen Verfahren an den Fakultäten der HU nominiert, eine aktive Bewerbung von Ihrer Seite ist nicht nötig.

 

Welche weiteren Fördermöglichkeiten gibt es für geflüchtete Forschende?

Die folgende Liste wurde vom Servicezentrum Forschung erstellt. Bei Interesse wenden Sie sich zur Beratung an das Referat Forschungsförderung.

 

Mitarbeit in DFG-Projekten

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bietet geflüchteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener wissenschaftlicher Qualifikationsstufen Möglichkeiten der Mitarbeit in laufenden DFG-Projekten an.

Alle Projektleitungen und auch die Hochschulen können Zusatzanträge stellen, um qualifizierte Flüchtlinge – angehende oder promovierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – in bereits geförderte DFG-Projekte einzubinden. Diese Anträge können dadurch begründet werden, dass für den weiteren Verlauf eines Projektes nun Personen zur Verfügung stehen, durch deren Mitarbeit zusätzliche Impulse für die wissenschaftlichen Arbeiten im Projekt ausgehen.

 

Walter Benjamin-Programm (DFG)

Geflüchtete Forschende können ein eigenes Vorhaben zur Durchführung in Deutschland über das Walter Benjamin-Programm (Walter Benjamin-Stelle) beantragen.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) erweitert ihre bisherigen Fördermaßnahmen für geflüchtete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durch die Öffnung des Walter Benjamin-Programms für diese Zielgruppe.

 

Einstein-Gastprofessuren und Einstein Junior Scholarships

Durch eine Förderung im Rahmen des Sonderprogramms „Wissenschaftsfreiheit“ der Einstein Stiftung Berlin forschen elf Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler für bis zu 18 Monate an der HU. Mit den zwei zeitlich begrenzten Sonderprogrammen bietet die Einstein Stiftung zur Stärkung der Wissenschaftsfreiheit und der internationalen Kooperation, weltweit bedrohten oder in ihrer Arbeit eingeschränkten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit, in Berlin wissenschaftlich tätig zu sein.

 

Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU): MOE Fellowship Special Programme Ukraine

Aus aktuellem Anlass fördert die Deutsche Bundesstiftung Umwelt in einem Sonderprogramm ab sofort Fellowships für ukrainische Hochschulabsolvent:innen zu Themen des Umwelt- und Naturschutzes.

Zielgruppe und Fördervoraussetzungen

  • in der Ukraine lebende oder geflüchtete Hochschulabsolvent:innen und Promovierende
  • ukrainische Staatsbürgerschaft
  • guter bis sehr guter Hochschulabschluss (Master)
  • gute Kenntnisse der englischen und/ oder der deutschen Sprache

 

Dauer: 6 bis 12 Monate

Umfang: 1250 € monatlich; Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung, Reisekosten nach Deutschland, Deutschkurse, Teilnahme an Seminaren und Veranstaltungen

Deadline: continuously open

 

Gerda Henkel Foundation

Die Gerda Henkel Stiftung stellt für ukrainische Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen Fördermittel in Höhe von 2 Millionen Euro zur Verfügung. Die Zuwendungen bestehen aus drei Schwerpunkten: Bis zu eine Million Euro gehen an die Philipp Schwartz-Initiative, ein Programm der Alexander von Humboldt-Stiftung für Forschende, denen in ihren Heimatländern Krieg oder Verfolgung drohen. Bis zu 500.000 Euro fließen an den Verein MitOst e.V., der in der Ukraine und ihren Nachbarländern humanitäre Hilfsmaßnahmen koordiniert. Ebenfalls 500.000 Euro stehen für ein eigenes Stipendienprogramm bereit, mit dem die Gerda Henkel Stiftung sich zunächst an ehemals und aktuell Geförderte wendet und ihnen den Aufenthalt an Forschungseinrichtungen und Universitäten in Deutschland und Europa ermöglichen möchte.

 

Deutsches Archäologisches Institut (DAI): Research Fellowship "Global Archaeology, Sustainable Archaeology and the Archaeology of Sustainability”

Aim: “Under this topic the German Archaeological Institute offers several short-term fellowships for young scholars. With these fellowships, we also want to specifically support at-risk colleagues from Ukraine to conduct research at one of the DAI sites in Germany or abroad, and we expressly welcome their applications.“

Target Group: German and foreign researchers holding a degree in the field of archaeology or a closely related discipline; preference for young researchers, i.e. PhD candidates and PostDocs within 4 years after obtaining their PhD, at-risk colleagues from Ukraine

Duration: up to 3 months

Funding: € 2.050 for PostDocs and € 1.500 for PreDocs

Deadline: 29 April 2022
 

IIE Scholar rescue Fund

Aim: “The Institute of International Education’s Scholar Rescue Fund (IIE-SRF) is the only global program that arranges, funds, and supports fellowships for threatened and displaced scholars at partnering higher education institutions worldwide.“

Target Group: professors, researchers, and public intellectuals who face threats and cannot continue their work in their home countries

Duration: 9 to 12 months; in most cases, IIE-SRF fellows are eligible to apply for a second and final year of fellowship support

Funding: $ 25,000, $ 2,000 to 5,000 relocation allowance

Deadline: continuously open

 

Ich habe die russische Staatsangehörigkeit. Kann ich mich weiterhin an der Humboldt-Universität bewerben und hier forschen und arbeiten?

Forschenden aus Russland stehen die Angebote der Humboldt-Universität weiterhin offen. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung.