Das Projekt

FAMOS Connect - Das Projekt

FAMOS wurde von 2009 bis 2010 vom DAAD (Deutscher Akademischer Austausch Dienst) im Rahmen des PROFIN-Programms gefördert.

Zum Ausbau des FAMOS-Betreuungsangebots erhielt das Projekt im Juli 2015 eine erneute Förderung aus Mitteln des DAAD Stibet II Programms.

FAMOS Connect ist ein Kooperationsprojekt des International Office der Humboldt-Universität mit dem Institut für Erziehungswissenschaften.

Projektziele

Das Ziel des Fachmentoren-Programms FAMOS Connect ist eine nachhaltige Verbesserung des Studienerfolgs internationaler Studierender an der Humboldt-Universität zu Berlin durch eine Optimierung ihrer fachlichen und sozialen Integration.

Ausgangslage

Zu den wesentlichen Zielen deutscher Hochschulpolitik gehört eine weitere Internationalisierung der Hochschulen. Deutschland ist in den letzten Jahren nach den Vereinigten Staaten und Großbritannien in absoluten Zahlen zum weltweit drittwichtigsten Zielland für internationale Studierende geworden.

An der Humboldt-Universität liegt der Anteil internationaler Studierender bei über 15%. Verschiedene durch HIS Hochschul-Informations-System durchgeführte Untersuchungen haben allerdings gezeigt, dass ein sehr hoher Prozentsatz der grundständigen internationalen Studierenden ihr Studium an deutschen Hochschulen abbricht.

Die Ursachen für diese Entwicklung sind vielfältig. Auch eine 2007 ebenfalls von HIS durchgeführte Erhebung zur Situation internationaler Studierender an der HU Berlin ergab, dass ein Großteil der internationalen Studierenden sich mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert sieht:

  • Fachliche Belastung: Allgemeine Anforderungen des Studiums, wie Referate, Hausarbeiten oder Prüfungen, so wie sie auch für deutsche Studierende gelten. Die Vorgaben unterscheiden sich aber häufig sehr von denen im Heimatland.

  • Finanzielle Belastung: Internationale Studierende haben im Durchschnitt ein wesentlich geringeres Einkommen als ihre deutschen KommilitonInnen.

  • Sprachliche Belastung: Vor allem das Schrift- und Fachdeutsch stellt für viele internationale Studierende ein Problem dar. Außerdem sind in vielen Studiengängen noch zusätzlich gute Englischkenntnisse nötig.

  • Kulturelle Belastung: Für viele internationale Studierende ist die deutsche Kultur fremd und teilweise unverständlich. So wird beispielsweise das deutsche Studiensystem von vielen Studierenden aus asiatischen Kulturen als unstrukturiert und chaotisch wahrgenommen, da die Studienorganisation in Deutschland mehr Selbständigkeit erfordert. Die in den Herkunftskulturen erworbenen Fähigkeiten und Erfahrungen werden im deutschen Hochschulsystem oft nicht als wertvolle Ressourcen wahrgenommen und genutzt. Zudem klagen viele internationale Studierende über Kontaktmangel zu ihren deutschen KommilitonInnen.

Die Internationalisierung des Studiums ist daher nicht nur ein quantitativer Prozess, der sich in der Erhöhung des Anteils von incomings (internationale Studierende, die zum Studium nach Deutschland kommen) und outgoings (deutsche Studierende, die ins Ausland gehen) abzeichnet.

Es muss sich auch um einen qualitativen Prozess handeln, der an den Hochschulen selbst zu gestalten ist. Ein wesentliches Moment ist dabei die Integration der internationalen Studierenden, die sowohl institutionell als auch im sozialen Kontakt zu den heimischen Studierenden und Lehrenden stattfinden muss. Ziel sind positive interkulturelle Erfahrungen und der Erwerb interkultureller Kompetenz aller Beteiligten.

2009 konnte die Humboldt-Universität Mittel vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) im Rahmen des Programms zur Förderung der Integration ausländischer Studierender (PROFIN) einwerben, um das an der Friedrich-Schiller-Universität Jena bereits seit mehreren Jahren erfolgreiche Projekt OPSIS (Optimization of Professional Support for International Students) zu adaptieren (www.opsis.de) und das Fachmentoren-Programm FAMOSConnect aufzubauen.

Struktur des FAMOS Connect Fachmentoren-Programms

Der akademische Mentor / die akademische Mentorin

Akademische MentorInnen sind in der Regel wissenschaftliche MitarbeiterInnen, AssistenInnen oder Promovierende in der Lehre und beraten internationale Studierende in deren Studienfächern. Die Aufgabe der akademischen MentorInnen ist die fachspezifische „1:1“- oder Kleingruppen-Beratung. Ziel ist, die internationalen Studierenden bei der Entwicklung einer selbständigen, wissenschaftlichen und kritischen Arbeitsweise zu unterstützen.

Akademische MentorInnen können an einem speziellen eintägigen Workshop mit interkulturellem Schwerpunkt teilnehmen, der vom Projektleiter, Prof. Dr. Jürgen Henze, persönlich durchgeführt wird.

Der studentische Mentor / die studentische Mentorin

Studentische MentorInnen sind fortgeschrittene deutsche und internationale Studierende desselben Fachbereichs und haben oft selbst Auslandserfahrung. Ihre Aufgabe ist die allgemeine soziale und studientechnische Beratung internationaler Studierender unter Berücksichtigung ihres individuellen kulturellen Hintergrundes. Ziel ist es, den internationalen Studierenden bei der Ankunft in Berlin zu helfen, sie beim Studienstart an der HU zu unterstützen und ihnen die universitätsbezogene und soziale Integration in Deutschland zu erleichtern.

Der zentrale Aspekt ist der intensive Kontakt zu den Studierenden. Studentische MentorInnen werden in einer speziellen 2-tägigen Fortbildung auf ihre Aufgaben vorbereitet und erhalten umfangreiches Begleitmaterial, wie z.B. Übersichten über existierende Betreuungs- und Schulungsangebote sowie Leitfäden und Orientierungshilfen, die Ihnen helfen sollen, die internationalen Studierenden optimal bei ihrem Studienbeginn zu unterstützen.

Die Koordinierungsstelle

Aufgabe der Koordinierungsstelle ist die Koordination und Durchführung der einzelnen Aktivitäten im Projekt. Sie ist für die Anwerbung der MentorInnen und Mentees für FAMOS Connect zuständig und steht allen Beteiligten als Ansprechpartner zur Verfügung. Sie stellt den Kontakt zwischen den Projektbeteiligten her und hält den Kontakt zu den universitätsinternen und –externen Partnern. Sie ist für die Öffentlichkeitsarbeit des Projektes sowie für die Durchführung und Auswertung von Evaluationen verantwortlich.