8.1.1 Studentische Nebentätigkeiten

Die Möglichkeiten zur Aufnahme einer Arbeit unterliegen strengen Auflagen, da gewährleistet sein muss, dass die Tätigkeit den Studienverlauf nicht verzögert. Ob und wie lange Sie in Deutschland arbeiten dürfen, ist von Ihrer individuellen Aufenthaltserlaubnis abhängig.

Studierende aus Ländern der EU, aus Liechtenstein, Norwegen und Island dürfen, so wie deutsche Studierende auch, studentische Nebentätigkeiten ausüben - allerdings muss das Studium in jedem Fall im Vordergrund stehen. Monatlich dürfen bis zu 80 Stunden gearbeitet werden.

Für alle anderen internationalen Studierenden gelten Beschränkungen. Sie dürfen nur 120 ganze Tage (à 8 Stunden), bzw. 240 halbe Tage (à 4 Stunden) im Jahr arbeiten. Unselbstständige Tätigkeiten in diesem Umfang sind arbeitserlaubnisfrei, d.h. es bedarf keiner speziellen Erlaubnis zur Ausübung von studentischen Nebentätigkeiten.

Bezahlte Praktika gelten als studentische Nebentätigkeit und werden auf die 120 ganzen bzw. 240 halben Tage angerechnet.

Einen besonderen Stellenwert haben Tätigkeiten als studentische Hilfskraft an der Universität. Durch ihre enge Verbindung zum wissenschaftlichen Arbeiten unterliegen sie nicht der oben genannten 120-Tage-Regelung. Hier können alle Studierende Verträge bis zu einem Umfang von 80 Stunden pro Monat abschließen.

Für alle Studentenjobs (unselbstständige Tätigkeiten) benötigen Sie Ihre persönliche Steuer-Identifikationsnummer (Steuer-ID). Sobald Sie sich beim Bürgeramt gemeldet haben, sollten Sie automatisch Ihre Steuer-ID per Post erhalten. Diese müssen Sie Ihrem Arbeitgeber weitergeben, damit er den Lohnsteuerabzug machen kann. Sollten Sie die Steuer-ID nicht erhalten haben, kann das Finanzamt diese beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) für Sie abfordern.

Sie benötigen auch die Bescheinigung über den Lohnsteuerabzug, den Sie beim zuständigen Finanzamt Ihres Wohnbezirks erhalten.

Im Allgemeinen ist eine selbstständige Tätigkeit nicht erlaubt. Diese Einschränkung gilt nicht für Studierende aus den EU-Mitgliedsländern, die den Deutschen damit gleichgestellt sind.